Redaktionshandbuch-Fragmente für einen gemeinsamen Gemeindebrief (regional anzupassen)

Redaktionshandbuch-Fragmente für einen gemeinsamen Gemeindebrief
(Standards für Planung, Redaktion, Gestaltung, rechtliche Rahmenbedingungen und organisatorische Abläufe. Ziel ist eine verlässliche, transparente und dauerhaft funktionierende Redaktion, bei der mehrere Gemeinden zusammenarbeiten, ohne dass Informationen verloren gehen oder organisatorische Verwirrungen entstehen.)

1. Grundidee und Zielsetzung des Gemeindebriefes

1.1 Funktion des Gemeindebriefes
Der Gemeindebrief ist das wichtigste gedruckte Kommunikationsmedium der beteiligten Kirchengemeinden. Seine Aufgaben sind:
Information über Gottesdienste und Veranstaltungen
Einladung zum Gemeindeleben
geistliche Orientierung durch Andachten
Berichte aus der Gemeinde
Ausblick auf Zukünftiges
Darstellung kirchlicher Arbeit im Sozialraum
Kontaktvermittlung zu Ansprechpartnern
Der Gemeindebrief richtet sich an mehrere Zielgruppen:
aktive Gemeindemitglieder
gelegentliche Gottesdienstbesucher
ältere Menschen ohne Internetzugang
Familien und junge Erwachsene
Menschen im Umfeld der Kirche

1.2 Ziel eines gemeinsamen Gemeindebriefes
Durch die Zusammenlegung mehrerer Gemeindebriefe soll/en
Doppelungen vermieden werden
Arbeitsaufwand reduziert werden
eine bessere Qualität erreicht werden
ein stärkeres regionales Gemeinschaftsgefühl entstehen
Dabei gilt ein Grundsatz:
Gemeinsamkeit im Inhalt – Wiedererkennbarkeit der einzelnen Gemeinden.


2. Redaktion und Zusammenarbeit

2.1 Zusammensetzung der Redaktion
Ein gemeinsamer Gemeindebrief benötigt klare Zuständigkeiten.
Empfohlene Rollen:
Chefredaktion
Verantwortlich für:
Themenplanung
Redaktionsleitung
Einhaltung der Deadlines
Endabnahme vor Druck
Ortsredaktion
Jede Gemeinde benennt (möglichst) eine feste Person, die verantwortlich ist für:
Termine der Gemeinde
lokale Berichte
Fotos aus der Gemeinde
Layout / Gestaltung
Verantwortlich für:
Seitengestaltung
Bildbearbeitung
Erstellung der Druckdatei
Lektorat
Verantwortlich für:
Rechtschreibung
Verständlichkeit
Kürzungen
Bildredaktion
Verantwortlich für:
Sammlung der Bilder
Prüfung der Bildrechte
Bildarchiv

2.2 Arbeitsprinzipien
Für die Zusammenarbeit gelten möglichst folgende Regeln:
Jede Gemeinde liefert ihre Inhalte über eine feste Kontaktperson.
Texte werden vor dem Layout redaktionell geprüft.
Änderungen nach Redaktionsschluss sind nur in Ausnahmefällen möglich.
Der Gemeindebrief ist ein kuratiertes Medium. Nicht jede Information kann aufgenommen werden.

2.3 Kommunikationsstruktur
Die Redaktion legt möglichst verbindlich fest:
E-Mail-Verteiler
gemeinsamer Cloud-Ordner
Ablagestruktur für Texte und Bilder
regelmäßige Redaktionssitzungen


3. Erscheinungsweise und Produktionsplanung

3.1 Erscheinungsrhythmus
Der Erscheinungsrhythmus muss realistisch sein.
Typische Modelle:
monatlich
zweimonatlich
vierteljährlich
Ein zu häufiger Rhythmus führt oft zu Überlastung der Redaktion.

3.2 Produktionsplan
Der gesamte Produktionsprozess wird üblicherweise vom Erscheinungstermin rückwärts geplant.
Beispiel:
Erscheinung
Juni
Druckfreigabe
15. Mai
Layoutabschluss
10. Mai
Textschluss
Mai
Terminschluss
25. April
Solche (hier nur Beispiele) Termine gelten verbindlich für alle Gemeinden.

3.3 Planung des Heftumfangs
Typische Umfänge:
20 Seiten
24 Seiten
28 Seiten
32 Seiten
Der Umfang soll zum verfügbaren Material passen.


4. Aufbau des Gemeindebriefes

Eine klare Heftstruktur erleichtert das Lesen.

4.1 Titelseite
Die Titelseite enthält:
Hefttitel
Erscheinungszeitraum
ggf. Hinweis auf Schwerpunktthema

4.2 Editorial
Ein gemeinsames Editorial für alle Gemeinden.
Inhalt:
persönlicher Gedanke
kurzer geistlicher Impuls
Hinweise auf das Heft
Umfang etwa eine Seite.

4.3 Eingangsandacht
Die Andacht bildet den geistlichen Auftakt.
Umfang etwa 3000 bis 4000 Zeichen.

4.4 Schwerpunktthema
Magazinartige Artikel:
Interviews
Projektberichte
Glaubensthemen
Porträts
Umfang zwei bis vier Seiten.

4.5 Gemeinsame Nachrichten
Berichte über gemeinsame Projekte der Gemeinden.

4.6 Lokale Gemeindeseiten
Informationen aus einzelnen Gemeinden:
Veranstaltungen
Rückblicke
Gruppenberichte

4.7 Gottesdienstübersicht
möglichst Tabellarische Übersicht:
Datum
Uhrzeit
Ort
Besonderheiten

4.8 Kontaktseite
Enthält:
Pfarrpersonen
Gemeindebüros
Telefonnummern
Impressum


5. Termine und Datenqualität

Die Termindaten gehören zu den meistgelesenen Teilen des Gemeindebriefes.

5.1 Einheitliches Terminformat
Alle Termine müssen folgende Angaben enthalten:
Datum
Uhrzeit
Titel der Veranstaltung
Ort
Raum
Leitung / Ansprechpartner
Hinweise (z. B. Anmeldung erforderlich)

5.2 Terminprüfung
Vor Veröffentlichung werden Termine geprüft auf:
korrekte Datumsangaben
Raumangaben
Doppelungen
Überschneidungen mit anderen Veranstaltungen
Termine müssen vor dem festgelegten Termin eingereicht werden.
Spätere Änderungen können im gedruckten Gemeindebrief nicht berücksichtigt werden.


6. Terminformular (verbindlich für alle Gemeinden)

Alle Termine müssen über dieses Formular eingereicht werden.
Terminmeldung Gemeindebrief
Gemeinde
Name der Veranstaltung
Datum
Uhrzeit
Ort / Gebäude
Raum
Veranstaltungsbeschreibung (max. 400 Zeichen)
Leitung / Ansprechpartner
Telefon oder E-Mail
Besondere Hinweise
– Anmeldung erforderlich
– Kinderbetreuung
– Barrierefrei
– Eintritt frei
– Sonstiges: …
Bild vorhanden
– ja
– nein
Freigabe durch Gemeinde
Name
Datum


7. Texte

7.1 Stilregeln
Texte sollen:
verständlich formuliert sein
kurze Sätze verwenden
Fachbegriffe erklären
einladend wirken

7.2 Längenrichtlinien (ca.)
Editorial
2000 Zeichen
Andacht
3000 bis 4000 Zeichen
Bericht
2500 bis 3000 Zeichen
Einladung
500 bis 1000 Zeichen

7.3 Bibelstellen
Bibelstellen werden mit Übersetzungsangabe angegeben:
(Luther 2017)


8. Bilder

8.1 Bildqualität
Bilder müssen druckfähig sein.
Empfohlen:
300 dpi bei Druckgröße.

8.2 Bildrechte
Vor Veröffentlichung muss geklärt sein:
wer der/die Fotograf/in ist
ob die Veröffentlichung erlaubt ist

8.3 Bildunterschriften
Jedes Bild erhält eine kurze Beschreibung.


9. Datenschutz und Kasualien

9.1 Veröffentlichung von Kasualien
Taufen, Trauungen und Bestattungen werden nur veröffentlicht, wenn eine Einwilligung vorliegt.

9.2 Persönliche Daten
Private Kontaktdaten dürfen nur mit Zustimmung veröffentlicht werden.

9.3 Impressum
Der Gemeindebrief benötigt ein vollständiges Impressum.
Jede Gemeinde erhält eine feste Farbe.
Diese erscheint in:
Überschriften
Randmarkierungen
Terminlisten


10. Einheitliche Gestaltung

Der Gemeindebrief verwendet:
gleiche Schriftarten
gleiche Rubriken
gleiches Layout


11. Datenformate und Dateistandards

11.1 Textdateien
Texte werden geliefert als:
Word-Datei
oder
Textdatei

11.2 Bilddateien
Erlaubte Formate:
JPG
PNG
TIFF
Bilder dürfen nicht in Word eingebettet sein.

11.3 Dateibenennung
Dateinamen enthalten:
Jahr
Monat
Thema
Beispiel:
2026-05_Bericht_Kinderfreizeit


12. Redaktions-Checkliste für jede Ausgabe

12.1 Planung
Erscheinungstermin festgelegt
Produktionsplan erstellt
Schwerpunktthema festgelegt
Autorinnen und Autoren angefragt

12.2 Inhaltssammlung
Editorial vorhanden
Andacht vorhanden
Berichte gesammelt
Termine eingegangen

12.3 Prüfung
Texte korrigiert
Termine geprüft
Kontaktdaten geprüft

12.4 Bildprüfung
Auflösung geprüft
Bildrechte geklärt
Bildunterschriften vorhanden

12.5 Layoutprüfung
Überschriften korrekt
Farbcodes korrekt
Seitenzahlen korrekt

12.6 Druckfreigabe
Impressum geprüft
PDF geprüft
Freigabe erteilt

13. Verteilung und Weiterentwicklung

13.1 Verteilung
Der Gemeindebrief wird verteilt durch:
Austräger
Kirchen
öffentliche Orte
digitale Version

13.2 Feedback
Die Redaktion sammelt Rückmeldungen über:
Lesbarkeit
Themen
Verbesserungen

13.3 Weiterentwicklung
Nach jeder Ausgabe wird geprüft:
Was gut funktioniert hat
Wo Fehler aufgetreten sind
Welche Themen stärker gefragt sind

./.

(Artikel verfasst am/im: Oktober 2023; CH)

./.

Und HIER findet sich eine Archiv-Liste von Vorgehensweisen, die sich für erste Gespräche darüber bewährt haben >>