Predigt am Ostersonntag 2026 zum Osterruf: „Der Herr ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden.“

Predigt am Ostersonntag 2026
letzte Fassung (Stand: 3.4.2026)
zum Osterruf:
„Der Herr ist auferstanden. Er ist wahrhaftig auferstanden.“
von Pfr. Carsten Heß

Liebe Gemeinde,
heute Morgen schallt weltweit derselbe Ruf durch die christlichen Kirchen:

„Der Herr ist auferstanden.
Er ist wahrhaftig auferstanden.“

Man kann diesen Satz einfach mitsprechen.
Oder man bleibt einen Moment stehen und fragt:

Ja- und wenn das stimmt – was heißt das dann eigentlich?
Für diese Welt?
Für mein Leben?
Denn dieser Satz ist keine liturgische Dekoration.

Dieser Satz ist eine Kampfansage.
Eine Kampfansage gegen alles,
was Leben klein macht,
was Hoffnung erstickt,
was Menschen in die Enge treibt.

Und genau deshalb lohnt es sich, diesem Ruf nachzugehen.
Schritt für Schritt.

1.) „Christus ist auferstanden“ – der Ruf, der den Tod des Todes verkündigt

Paulus erinnert an das, was am Anfang stand:
Christus ist gestorben.
Er ist begraben worden.
Er ist auferweckt worden.
Er ist gesehen worden.

Das ist keine religiöse Idee.
Das ist ein Geschehen.
Und Paulus macht sich dabei angreifbar.
Denn er sagt im selben Kapitel:
Wenn Christus nicht auferstanden ist,
dann ist unser Glaube leer.

Das heißt im Klartext:
Das Christentum steht und fällt mit Ostern.
Und genau deshalb ist Paulus so präzise:

Der Gekreuzigte
und der Auferstandene
sind ein und derselbe.

Keine fromme Legende.
Keine nachträgliche Verklärung.

Der, der am Kreuz hing – er lebt.

Und damit geschieht etwas Gewaltiges:

Gott widerspricht dem Tod.
Ganz entschieden.

Am Kreuz trägt Christus die Last der Welt.
Das ist die Realität vom Karfreitag.

Aber das alles endet nicht im Grab.

Und jetzt wird es existenziell:

Wenn Christus lebt,
dann hat der Tod nicht mehr das letzte Wort!
Auch mein eigener Tod nicht!

Solche persönliche Betroffenheit trifft mitten in unsere Zusammenhänge.
Wir leben in einer unruhigen, wackeligen Welt:
– Krieg in der Ukraine.
– Gewalt im Nahen Osten.
– Konflikte in vielen Regionen Afrikas.
– Und auch bei uns:
– Worte werden härter.
– Gräben werden tiefer.
– Vertrauen wird brüchig.

Und mitten in diese Realität hinein sagt Ostern:
Das ist nicht das Ende!!!

Ja: Gewalt ist laut,
aber Gewalt ist nicht endgültig.

Ja: Hass ist sichtbar,
aber nicht siegreich.

Ja: Der Tod ist real,
aber nicht absolut.

Ostern ist keine sentimentale Wunsch-Vorstellung.
Ostern ist Gottes wirksames Gegen-Wort.

Und deshalb steht der Auferstandene genau dort, wo er am dringendsten gebraucht wird:

Bei den Verwundeten.
Bei den Trauernden.
Bei denen, die fliehen müssen.
Bei denen, die die Hoffnung längst aufgegeben haben.

Und natürlich auch
. am Krankenbett.
. in der Einsamkeit.
. im Abschied.

Niemand fällt aus Gottes Wirklichkeit heraus.

(1.) „Christus ist auferstanden“ – der Ruf, der den Tod des Todes verkündigt.)

2.) „Christus ist auferstanden“ – der Ruf, der unsere Hoffnung trägt

Denn die entscheidende Frage ist:
Was trägt eigentlich, wenn es ernst wird?

Gute Gedanken?
Die tragen nicht weit.

Positive Gefühle?
Die halten nicht durch.

Optimismus?
Der bricht weg, wenn es wirklich ernst wird.

Der Apostel Paulus sagt:
Wenn Christus nicht auferstanden ist,
dann ist der Glaube nicht mehr wert als ein Seifenblase.

Aber weil Christus real auferstanden ist,
öffnet sich ein neuer Horizont – nämlich Gottes ewige Welt.

Die ersten Christen hatten übrigens nicht auf ein „Irgendwie geht es weiter“ gesetzt. Und auch 2000 Jahre später braucht sich niemand mit symbolischen Durchhalte-Parolen abzufinden – nach dem Motto „~achja, irgendwie wird jeder Kummer nach drei Tagen weniger – egal ob das Grab von Jesus voll oder leer war…“

Nein:
Religiöser Nebel trägt uns nicht durch die Krisen hindurch.
Das kann nur der Generalbevollmächtigte von Gott höchstpersönlich: der gekreuzigte und auferstandene Jesus Chistus: wahrer Gott und wahrer Mensch!

So viele Menschen unzähliger Generationen haben sich auf den lebendigen Gott verlassen/ haben ihn beim Wort genommen/ haben mit ihm Sinn-erfüllt gelebt und sind bei ihm getröstet gestorben.

Paulus formuliert das radikal:
Was schwach ist, wird stark.
Was vergänglich ist, wird verwandelt.

Das ist keine Betäubung – das ist Gottes Wirklichkeit – die die Zeiten überdauert.

Und genau solche Hoffnung brauchen wir.
Denn das Leben ist zerbrechlich.

Wir alle wissen:
Pläne gehen nicht auf.
Beziehungen zerbrechen.
Krankheiten kommen.
Abschiede treffen.

Mitten in dies alles hinein kommt Ostern zu uns und sagt:

Euer Leben geht nicht ins Leere.
Gott kennt eure Namen.

Und sogar im Sterben gilt:

Du fällst nicht tiefer als in Gottes Hand.

Das ist keine Floskel.
Das ist der Kern.

(1.) „Christus ist auferstanden“ – der Ruf, der den Tod des Todes verkündigt.)

2.) „Christus ist auferstanden“ – der Ruf, der unsere Hoffnung trägt

3.) „Christus ist auferstanden“ – der Ruf, der uns handeln lässt

Ostern hat Konsequenzen.

Alle, die dem Auferstandenen begegnen,
bleiben nicht dieselben.

Das war bei den ersten Christen so.
Und das ist bis heute so.

Ostern führt nicht weg von der Welt.
Ostern führt mitten hinein.

 

Wo Leben bedroht ist, da braucht es Klarheit.
– Gewalt ist nicht akzeptabel.
– Terror ist nicht relativierbar.
– Unrecht ist nicht schönzureden.

Der Auferstandene wendet sich gleichzeitig den Schwachen zu.
Den Überforderten.
Den Geflüchteten.
Den Ausgegrenzten.

Und genau hier beginnt die eigentliche Herausforderung.
Denn unsere Zeit stellt existentielle Fragen:

– Was hält eine Gesellschaft zusammen?
– Wie gelingt verantwortbare Integration?
– Wie gehen wir mit der Angst um?

Die Antworten sind nicht einfach.
Aber Ostern bringt eine tragfähige Haltung hervor:

Menschen, die von Ostern her leben,
– bauen Brücken
– führen Gespräche
– übernehmen Verantwortung
– gehen dorthin, wo es unbequem ist
… nicht ohrenbetäubend laut,
… nicht automatisch spektakulär,
. aber immer sichtbar!


(1.) „Christus ist auferstanden“ – der Ruf, der den Tod des Todes verkündigt.)

2.) „Christus ist auferstanden“ – der Ruf, der unsere Hoffnung trägt

3.) „Christus ist auferstanden“ – der Ruf, der uns handeln lässt

4.) „Christus ist auferstanden“ – der Ruf, der den Himmel öffnet

Der ewige Gott hat gehandelt. Schöpferisch gehandelt.
Der ewige Gott hat Jesus Christus aus den Toten herausgeholt und damit alle Todesmächte dieser und der unsichtbaren Welt in ihre Schranken gewiesen.

Nicht theoretisch.
Nicht symbolisch.

Sondern real.

Am Kreuz:
Schuld wird getragen.

An Ostern:
Alles Tödliche wird überwunden.
Neues Leben ist da.

Das Evangelium ist nicht nur ein bisschen Hilfe für den Alltag.

Es ist Kraft.
– Kraft, die verändert.
– Kraft, die neu anfangen lässt.
– Kraft, die trägt.

Der Apostel Paulus ist das eindrucksvollste Beispiel:
Vom Gegner zum Zeugen.
Vom Verfolger zum Boten.

So wirkt Ostern.
Und so wirkt Ostern bis heute:

Nicht als oberflächlicher Optimismus.
Nicht als Dauerlächeln.

Sondern als Leben, das den Qualitäts-Stempel EWIG trägt:

* Ein Leben,
das Leid kennt    und trotzdem hofft.

* Ein Leben,
das Schuld kennt    und trotzdem Vergebung erfährt.

* Ein Leben,
das Grenzen kennt    und dennoch getragen ist.

Und daraus wächst ein Auftrag:
>>
Ostern will weiter.
– In Worte.
– In Taten.
– In das Leben.
– In diese Welt.

Denn:
Kein Tunnel-Erlebnis ist endgültig.
Keine Dunkelheit ist zu dunkel.
Kein Weg ist zu aussichtslos.

Wenn Kräfte nachlassen, dann trägt Christus.
Wenn Fragen bleiben, dann bleibt seine Zusage.
Wenn es dunkel wird, dann bleibt sein Licht.

(gleich Ende:)

(!) Ostern ist die Gewissheit,
dass Gott für immer stärker ist (!)
– Stärker als der Tod.
– Stärker als die Angst.
– Stärker als alles, was uns das Leben nehmen will.

Und genau deshalb lohnt es sich zu glauben.
Heute.
Hier.
Jetzt.
Im Leben und im Sterben.

Friede sei mit euch.

Amen.

./.