Erntedank-Gottesdienst 2026 – ganzes „Drehbuch“ (ungekürzte Langversion – es gilt das gesprochene Wort).
Thema: Wachteln und Manna in der Wüste. Gott versorgt dich. Du kannst ihm vertrauen.
Musikalische Begrüßung
Wochenspruch & Informationen (KV)
Lied: Wir pflügen & wir streuen / Alle gute Gabe
Wir pflügen, und wir streuen/ den Samen auf das Land,/ doch Wachstum und Gedeihen/ steht in des Himmels Hand:/ der tut mit leisem Wehen/ sich mild und heimlich auf/ und träuft, wenn heim wir gehen,/ Wuchs und Gedeihen drauf.
Refrain: Alle gute Gabe/ kommt her von Gott dem Herrn,/ drum dankt/ ihm, dankt, drum dankt/ ihm, dankt/ und hofft auf ihn!
Votum (Pfr.):
Im Namen des einen Gottes feiern wir Erntedankgottesdienst. Amen.
Wir feiern im Namen Gottes, des Vaters,
der uns das Leben schenkt und erhält,
im Namen von Jesus Christus,
der von sich sagt: „Ich bin das Brot des Lebens“,
und im Namen des Heiligen Geistes,
der Vertrauen in uns weckt und uns erkennen lässt, wie reich wir von Gott beschenkt werden.
Amen.
Wort-Begrüßung & Infos zum Gottesdienst
…
LITURG/IN 1:
Herzlich willkommen zu unserem Erntedankgottesdienst!
Erntedank beginnt meistens mit vollen Körben. Äpfel und Kartoffeln, Getreide und Trauben, Brot und vieles andere erinnern daran, wie reich unser Leben beschenkt ist.
LITURG/IN 2:
Heute führt uns dieses Fest allerdings an einen ganz anderen Ort: in die Wüste.
Dort wächst kein Getreidefeld am Wegesrand.
Obstgärten gibt es ebenso wenig wie einen Bäcker oder einen Laden, in dem sich schnell etwas besorgen lässt. Irgendwann aber sind selbst die mitgebrachten Vorräte aufgebraucht.
Pfarrer:
Genau an diesem Punkt befindet sich das Volk Israel.
Gott hat die Menschen aus der Sklaverei in Ägypten befreit. Nun sind sie unterwegs in das Land, das er ihnen versprochen hat. Dazwischen liegt ein langer Weg durch die Wüste.
Irgendwann wird aus der Freude über die gewonnene Freiheit eine ziemlich handfeste Sorge:
Wovon sollen wir morgen leben?
Die Menschen bekommen Angst. Sie murren gegen Mose und Aaron und sehnen sich plötzlich sogar nach Ägypten zurück.
Gott hört ihre Klage und antwortet auf eine Weise, mit der niemand gerechnet hat.
LITURG/IN 1:
Am Abend kommen Wachteln ins Lager geflattert.
Am nächsten Morgen liegt Manna auf dem Boden.
Es gibt Nahrung für diesen Tag. Genug zum Leben.
Damit erzählt diese alte Geschichte weit mehr als von einem außergewöhnlichen Ereignis während der Wüstenwanderung. Sie berührt eine Frage, die Menschen bis heute kennen:
Worauf verlassen wir uns, wenn unsere eigenen Vorräte nicht reichen?
LITURG/IN 2:
Gott verspricht seinem Volk keinen bequemen Weg durch die Wüste. Er versorgt sein Volk jedoch mit aller Treue auf diesem Weg.
Vielleicht lässt sich die Botschaft dieses Gottesdienstes mit dem folgenden Satz zusammenfassen:
Für heute ist gesorgt.
Und morgen ist Gott auch noch da.
Darauf wollen wir hören. Dafür danken wir Gott.
Und wir können uns gegenseitig dazu ermutigen, immer wieder neu auf den lebendigen Gott zu vertrauen.
Lied: Wir pflügen & wir streuen / Alle gute Gabe
Er sendet Tau und Regen/ und Sonn- und Mondenschein,/ er wickelt seinen Segen/ gar zart und künstlich ein/ und bringt ihn dann behände/ in unser Feld und Brot:/ es geht durch unsre Hände,/ kommt aber her von Gott.
Refrain: Alle gute Gabe/ kommt her von Gott dem Herrn,/ drum dankt/ ihm, dankt, drum dankt/ ihm, dankt/ und hofft auf ihn!
Was nah ist und was ferne, / von Gott kommt alles her, / der Strohhalm und die Sterne, / der Sperling und das Meer. / Von ihm sind Büsch und Blätter / und Korn und Obst von ihm, / das schöne Frühlingswetter / und Schnee und Ungestüm.
Psalm 145 m. Kehrvers
(nach Psalm 145,8-9.14-18)
LITURG/IN 3:
Wir beten mit Worten aus Psalm 145.
Seit Jahrtausenden sprechen Menschen diesen Psalm, wenn sie Gott für seine Güte danken.
Unser gemeinsamer Kehrvers lautet:
Gem.:
Aller Augen warten auf dich,
und du gibst ihnen ihre Speise zur rechten Zeit.
Pfarrer:
Lebendiger Gott, wir wollen dich loben; Gutes von dir erzählen.
Von Generation zu Generation erzählen Menschen von deiner Güte. Wer müde geworden ist, findet bei dir neuen Halt. Menschen, denen der Boden unter den Füßen weggebrochen ist, richtest du wieder auf.
Gemeinsam bekennen wir:
Gem.:
Aller Augen warten auf dich,
und du gibst ihnen ihre Speise zur rechten Zeit.
LITURG/IN 3:
Du treuer Gott! Deine Hand öffnet sich immer wieder für uns, und wir leben von dem, was du gibst.
Das Brot auf unserem Tisch gehört dazu und das Wasser, das unseren Durst stillt. Menschen begleiten uns und schenken Liebe. An manchen Tagen reicht die Kraft weiter, an anderen gerade nur bis zum nächsten Schritt.
Auch „Hoffnung und Zuversicht“ gehören zu deinen Gaben, besonders dann, wenn der Weg schwer wird.
Gemeinsam bekennen wir:
G:
Aller Augen warten auf dich,
und du gibst ihnen ihre Speise zur rechten Zeit.
Pfarrer:
Gnädiger Gott! Du bist denen nahe, die dich suchen, und hörst das Rufen deiner Menschen.
In der Wüste hast du das Murren der Israeliten gehört. Ihr Hunger war dir nicht gleichgültig. Mitten auf einem Weg, auf dem die Menschen selbst keinen Ausweg mehr sahen, hast du für sie gesorgt.
Bitte öffne auch unsere Augen für das, was wir aus deiner Hand empfangen. Schenke uns Dankbarkeit, ein offenes Herz für andere und neues Vertrauen zu dir.
Gemeinsam bekennen wir:
Gem.:
Aller Augen warten auf dich,
und du gibst ihnen ihre Speise zur rechten Zeit.
LITURG/IN 3:
Lasst uns Gott anbeten.
Gemeinde singt:
Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist. Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar. Und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.
Gebet:
LITURG/IN 1:
WIR BETEN
Treuer Gott,
mit vollen und mit leeren Händen kommen wir heute zu dir.
Vieles ist uns geschenkt worden: Brot und Wasser, Kleidung und ein Zuhause, Menschen, die zu uns gehören, Kraft für unsere Arbeit, Zeiten der Freude und Bewahrung auf unseren Wegen.
Pfarrer:
Liebender drei-einiger Gott!
Oft nehmen wir das alles hin, als wäre es selbstverständlich.
Daneben kennen wir die andere Erfahrung. Manches fehlt. Sorgen um morgen beschäftigen uns, und gern hätten wir das Leben besser abgesichert, als es tatsächlich möglich ist.
Du kennst diese Angst.
Auch dein Volk in der Wüste hat sie gekannt. Sein Murren hast du gehört, den Hunger gesehen und die Not ernst genommen.
Am Abend kamen Wachteln. Als der Morgen anbrach, lag Manna auf dem Boden. Es war genug da für den Weg und für diesen Tag.
LITURG/IN 1:
Barmherziger Gott!
Bitte öffne unsere Augen für das Wüstenbrot in unserem eigenen Leben. Manches davon fällt sofort auf, anderes ist klein und leicht zu übersehen: ein Mensch, der uns trägt, ein gutes Wort zur richtigen Zeit, Brot auf dem Tisch oder die Kraft, die gerade für den nächsten Schritt reicht.
Wenn die Sorge um morgen groß wird, erinnere uns bitte daran, wer du bist.
Du warst gestern Gott,
du bist auch heute da, und du wirst es auch morgen da sein.
Darauf wollen wir vertrauen.
Durch Jesus Christus, unseren Herrn, der mit dir und dem Heiligen Geist lebt und regiert von Ewigkeit zu Ewigkeit.
„DANKE FÜR DIESEN GuTEN MORGEN“
Lied: Danke
Danke für diesen guten Morgen, / danke für jeden neuen Tag. / Danke, dass ich all meine Sorgen / auf dich werfen mag.
Danke für alle guten Gaben, / danke, du machst die Äpfel rot. / Danke für alle süßen Trauben / und für‘s täglich Brot.
Danke für die Kartoffelfelder, / danke für das Gemüsebeet. / Danke für alle bunten Blätter, / wenn der Sommer geht.
Danke, du lässt den Regen fallen, / danke, du schenkst auch Sonnenschein; / danke, so können alle Früchte / wachsen und gedeih ?n.
Danke für jedes gute Essen, / danke, dass du so reichlich gibst, / danke, wir wollen nie vergessen, / Gott, dass du uns liebst.
Danke für deinen reichen Segen, / danke, du lässt uns nie allein. / Danke, auf allen unsern Wegen / willst du bei uns sein.
BIBLISCHER IMPULS 1
(Pfr.)
Liebe Gemeinde,
es ist schon erstaunlich, wie schnell die Freiheit ihren Glanz verliert, wenn das Essen knapp wird.
Israel hat Ägypten hinter sich gelassen. Jahrelang haben die Menschen für den Pharao geschuftet, bis Gott ihr Schreien gehört und sie durch Mose herausgeführt hat. Jetzt sind sie unterwegs ins gelobte Land, und der Weg führt mitten durch die Wüste.
Bald gehen die Vorräte zur Neige, und die Sonne brennt. Die ganze Gemeinde rottet sich gegen Mose und Aaron zusammen: „Wären wir doch in Ägypten gestorben! Da saßen wir an den Fleischtöpfen und hatten Brot genug. Ihr habt uns nur in diese Wüste geführt, damit wir hier alle verhungern.“
Das sagt dasselbe Volk, das kurz vorher gar nicht schnell genug aus Ägypten herauskommen konnte.
In der Erinnerung aber – da werden die Fleischtöpfe immer größer, und die Peitschen der Aufseher verschwinden still und leise aus dem Blickfeld.
Vor lauter Murren sehen sie nicht mehr, was Gott schon alles getan hat. Ihre Freiheit ist für sie selbstverständlich geworden.
Das kann uns auch passieren. Wer nicht mehr dankt, sieht irgendwann nur noch, was fehlt. Darum feiern wir heute Erntedankfest, damit unser Blick wieder frei wird für das, was Gott uns schenkt.
Vielleicht sind Sie heute selbst in einer Lebens-Wüste unterwegs.
Wüstenwanderungen des Lebens kennen viele: eine Diagnose, ein Abschied, eine Ehe, die nicht mehr trägt, ein Konto, das trotz guten Wirtschaftens schon viel zu früh leer ist – also wenn am Ende des Geldes noch so viel Monat da ist…
Man hat getan, was man konnte, und weit und breit ist keine Oase zu sehen.
Was tut Gott, als sein Volk murrt? Er schlägt nicht mit der Faust auf den Tisch. Sondern Gott sagt zu Mose: „Ich habe das Murren der Israeliten gehört. Gegen Abend werdet ihr Fleisch zu essen haben und am Morgen satt werden von Brot. Dann werdet ihr erkennen, dass ich der HERR, euer Gott, bin.“
Gott hört übrigens auch das, was nicht fromm klingt. Das Klagen seines Volkes ist bei ihm angekommen. Er gibt ein Versprechen, und jetzt warten alle gespannt auf den Abend.
Lied: Alle gute Gabe
4. Gott schenkt uns unser Leben und alles um uns her. / Das wirklich hoch zu schätzen, / das können wir kaum mehr. / Nun müssen wir’s neu lernen, die Zeit, die wird schon knapp. / Die Welt wird sich verändern, das Klima, das macht schlapp.
Refrain: Alle gute Gabe/ kommt her von Gott dem Herrn,/ drum dankt/ ihm, dankt, drum dankt/ ihm, dankt/ und hofft auf ihn!
BIBLISCHER IMPULS 2
(Pfr.)
Und dann geschieht etwas, womit wohl keiner gerechnet hat:
Am Horizont taucht eine dunkle Wolke auf. Es ist aber keine Regenwolke, sondern ein riesiger Schwarm Vögel. Es sind Wachteln, und zwar in großer Zahl. Erschöpft von ihrem langen Flug ziehen sie dicht über dem Boden dahin und plumpsen den Leuten geradezu zwischen die Zelte. Man muss sie nur noch einsammeln. Für die Israeliten heißt das an diesem Abend ganz schlicht: Es gibt Fleisch. Mitten in der Wüste.
(Manche sagen heute: „Das ist doch ein Märchen. Vögel, die einem vor die Füße fallen? Wie soll das gehen?“ Die Antwort lautet: genau so, wie die Bibel es erzählt. Wachteln sind Zugvögel. Jedes Jahr fliegen sie zwischen Europa und Afrika hin und her, und ihr Weg führt über das Meer und die Sinai-Wüste. Nach dem langen Flug über das offene Wasser sind sie oft so entkräftet, dass sie in Massen niedergehen und sich mit bloßen Händen einsammeln lassen. Die Menschen dort wissen das bis heute. Die Bibel erzählt hier keine Fantasiegeschichte, sie erzählt vom wirklichen Leben in der Wüste.)
Der lebendige Gott schickt die Wachteln zur rechten Zeit an den rechten Ort, mitten hinein in ein Lager voller Menschen, die nicht mehr weiter-wissen. Die Zugwege dieser Vögel hat er geschaffen, lange bevor Israel Hunger bekam.
(Heute können wir noch etwas ergänzen:
Wachteln galten schon immer als besondere Speise. Ihre Eier sind zwar klein, aber nahrhaft und stecken voller Eiweiß, Vitamine und Mineralstoffe. Manche sagen ihnen sogar nach, dass sie dem Cholesterinspiegel guttun. Ein Wundermittel muss man daraus nicht machen. Aber in Gottes Versorgung steckt oft mehr, als wir auf den ersten Blick sehen. Er tröstet nicht nur die Seele, er füllt auch den Magen, denn er kennt den ganzen Menschen.)
Menschlich gesehen war Israel mit seinen Möglichkeiten am Ende. Aber gerade hier zieht der lebendige Gott sozusagen ein Ass aus dem Ärmel.
Wenn Sie mit Ihrer Kraft am Ende sind, dann ist Ihr Vater im Himmel noch lange nicht am Ende.
Wer das einmal erlebt hat, dem kommt der Dank ganz von selber über die Lippen.
Und doch ist die Wüste mit einem Abendessen nicht vorbei. Der Weg ist noch weit, und viele von uns tragen Lasten, die nicht an einem Abend verschwinden. Wir sehen Not in unserer Welt und manchmal auch im eigenen Herzen. Bringen wir das jetzt singend vor Gott, mit allem, was schwer ist.
Lied: Alle gute Gabe
5. Wir haben es gesehen, das Herz ist uns hier schwer / wie Wasser kann zerstören, / da half kein’s Menschen Wehr. / Hier Flut, dort Dürre herrschen, / ganz deutlich ist’s zu seh’n: / Das Klima sich jetzt wandelt, / lasst uns zusammensteh‘n!
Refrain: Alle gute Gabe/ kommt her von Gott dem Herrn,/ drum dankt/ ihm, dankt, drum dankt/ ihm, dankt/ und hofft auf ihn!
BIBLISCHER IMPULS 3
(Pfr.)
Am nächsten Morgen löst der lebendige Gott übrigens auch den zweiten Teil seines Versprechens ein:
Rund um das Lager liegt Tau. Als er verdunstet ist, da liegt auf dem Wüstenboden etwas Feines, Weißes, Körniges — so ähnlich wie Popchorn.
Die Leute stehen davor und fragen sich auf Hebräisch: „Man hu?“, also „Was ist das?“ Daraus wird der Name Manna. Ich finde das großartig. Das Brot der Wüste heißt übersetzt eigentlich „Was ist das?“.
Mose antwortet: „Das ist das Brot, das der HERR euch zu essen gegeben hat.“
Und vielleicht hat damals ein Kind gerufen: „Mama, das sieht ja aus wie Popcorn!“
Popcorn in der Wüste, ein seltsames, weißes Brot auf dem Sand, das keiner bestellt und keiner gebacken hat. Die Bibel sagt, es schmeckte wie Kuchen mit Honig.
(Auch hier winken viele ab: „Brot, das in der Wüste vom Himmel fällt? Das ist doch Fantasie.“ Aber die Forschung hat etwas Erstaunliches herausgefunden. In der Sinai-Wüste wächst ein Strauch: die so genannte Tamariske. Kleine Schildläuse saugen ihren Saft heraus und geben sozusagen den Überschuss als süße Tröpfchen wieder zurück. In der kühlen Nacht werden diese Tröpfchen fest und fallen als helle Körnchen zu Boden. Sie schmecken süß wie Honig, man muss sie früh am Morgen nur aufsammeln.
Genau so beschreibt es die Bibel. Die Beduinen auf dem Sinai sammeln diese Körnchen bis heute, und sie nennen sie „Man“.
Die Bibel hat also recht.
Der lebendige Gott hat das, was er selbst geschaffen hat, in einem Maß gesegnet, das jede Erwartung sprengt. Er nimmt den Strauch in der Wüste und macht daraus ein tägliches Wunder.
Die Regel dafür ist einfach. Mose sagt: „Jeder sammle, so viel er zum Essen braucht.“
Aber einige legen vorsichtshalber etwas für morgen zurück, und am nächsten Tag ist der Vorrat verdorben.
Das bedeutet: Gottes Fürsorge lässt sich nicht einlagern.
Gleichzeitig gilt: An jedem neuen Morgen liegt wieder genug da.
Und als die Israeliten abmessen, staunen sie: Wer viel gesammelt hatte, hatte keinen Überfluss, und wer wenig gesammelt hatte, hatte keinen Mangel.
Liebe Gemeinde!
Genau das feiern wir heute: Die Erntegaben hier vorn am Altar sind unser Manna, das Brot, das Obst, das Gemüse. Wir haben gesät, gepflegt und geerntet. Aber dass etwas wächst, das liegt nicht in unserer Hand. Es ist Gottes Geschenk. Und es ist so gedacht, dass es für alle reicht, wenn niemand hortet – und alle teilen.
Lied: Alle gute Gabe
6. Fast acht Milliarden Menschen, so viele sind wir hier / zusammen auf der Erde, da geht es nur im „WIR“. / Familie lasst uns werden, die Zukunft geht nur so, / wir teilen, was wir haben – so werden alle froh.
Refrain: Alle gute Gabe/ kommt her von Gott dem Herrn,/ drum dankt/ ihm, dankt, drum dankt/ ihm, dankt/ und hofft auf ihn!
BIBLISCHER IMPULS 4
LITURG/IN 1:
„Genug Nahrung für heute!“ — das klingt schön.
Uns fällt das aber schwer, denn wir planen gern weit voraus. Aber dann kommen immer wieder diese Nächte, in denen der Kopf um drei Uhr Probleme wälzt, die vielleicht noch gar nicht da sind. Um diese Uhrzeit kommen uns (bekannterweise) selten brillante Lösungen, aber die Sorgen werden beeindruckend groß.
>>
Unsere Kühlschränke sind voll, und trotzdem kennen wir Hunger.
Uns fehlt Nähe, ruhiger Schlaf oder eine Nachricht, auf die wir lange warten. Manchmal ist auch der Glaube müde geworden.
Die Bibel verspricht uns nicht, dass die Wüste sofort verschwindet. Israel bleibt noch lange unterwegs.
Aber Gott versorgt sein Volk mitten auf dem Weg, oft nicht mit der großen Wende, sondern mit Kraft für den nächsten Schritt. Das kann ein Gespräch sein, ein Bibelwort, das ins Herz trifft, oder ein Mensch, der Zeit hat. Das sieht klein aus. Aber auch Manna sah nicht spektakulär aus, und es reichte.
Jesus nimmt dieses Motiv übrigens ziemlich be-eindruckend auf: Tausende sind bei ihm, und es gibt nur fünf Brote und zwei Fische. Die Jünger rechnen nach: viel zu wenig!
Jesus aber dankt, lässt austeilen — und alle werden satt.
Dann sagt er: „Ich bin das Brot des Lebens.“
Das ist mehr als ein schönes Bild.
Denn Jesus selber ging durch die tiefste Wüste, die es gibt: durch Leid und Tod.
Aber am Ostermorgen hat der lebendige Gott ihn auferweckt.
Das ist sozusagen das „größte Ass“, das Gott je gezogen hat. Seitdem hat weder der Tod noch irgendeine Lebens-Wüste das letzte Wort.
Ganz sicher!
WIR WOLLEN GOTT LOBENE MIT DEM BEKENTNIS UNSERES GLAUBENS – UND DAZU AUFSTEHEN, SO WEIT MÖGLICH:
(danach im Programm: Apostolisches Glaubensbekenntnis, dann Lied „Wenn das Brot, das wir teilen“)
Apostolisches Glaubensbekenntnis
Ich glaube an Gott, den Vater,
den Allmächtigen,
den Schöpfer des Himmels und der Erde.
Und an Jesus Christus,
seinen eingeborenen Sohn, unsern Herrn,
empfangen durch den Heiligen Geist,
geboren von der Jungfrau Maria,
gelitten unter Pontius Pilatus,
gekreuzigt, gestorben und begraben,
hinabgestiegen in das Reich des Todes,
am dritten Tage auferstanden von den Toten,
aufgefahren in den Himmel;
er sitzt zur Rechten Gottes,
des allmächtigen Vaters;
von dort wird er kommen,
zu richten die Lebenden und die Toten.
Ich glaube an den Heiligen Geist,
die heilige christliche Kirche,
Gemeinschaft der Heiligen,
Vergebung der Sünden,
Auferstehung der Toten
und das ewige Leben.
Amen.
Liedstrophe EG TWL 667,1 + Refrain
1. Wenn das Brot, das wir teilen, als Rose blüht / und das Wort, das wir sprechen, als Lied erklingt, / dann hat Gott unter uns schon sein Haus gebaut, / dann wohnt er schon in unserer Welt. / Ja, dann schauen wir heut schon sein Angesicht / in der Liebe, die alles umfängt, / in der Liebe, die alles umfängt.
BIBLISCHER IMPULS 5 – ANFANG
Pfr.:
Wir haben eben gemeinsam bekannt, dass Jesus lebt. Damit haben wir uns heute ganz persönlich zugesagt: Wir sind in unserer Lebens-Wüste nicht allein.
Vielleicht ist Ihr (oder Dein) Weg gerade mühsam, und Du siehst kein Ende.
Dann gibt es heute schon mal das Angebot einer ersten Erleichterung — nämlich:
Wir müssen nicht schon heute die Lösung für das ganze Jahr finden.
Wir können, wie Jesus es uns beigebracht hat: „Unser tägliches Brot gib uns heute.“
Gott gibt uns keinen Kraftvorrat für fünf Jahre, aber Gott gibt genug für heute, und darauf können wir uns verlassen.
Vielleicht fangen wir ganz persönlich schon heute Abend mit dem Danken an — und zählen mal auf, was Gott uns bis heute schon alles geschenkt hat: das Frühstück, einen Menschen, einen Atemzug ohne Schmerzen… – und so viel mehr.
…
…
Liebe Gemeinde!
Das Danken verändert wirklich den Blick.
Plötzlich sehen wir das Manna, das schon die ganze Zeit vor unserem Zelt lag.
…
Dieser neue Blick öffnet Herzen und Hände:
Ihre Zeit, Ihr Zuhören oder Dein Besuch kann für einen anderen Menschen zum Manna werden.
Vielleicht sind Sie / vielleicht bist Du das Ass, das Gott in dieser Woche für jemanden aus dem Ärmel zieht.
Und wenn Sie / wenn DU
am Ende Deiner Möglichkeiten bist, dann sollst du wissen:
Gott ist es nicht!!!
Wachteln in der Wüste, jeden Morgen Brot auf dem Sand, Tausende werden satt von fünf Broten und zwei Fischen.
Und am Ostermorgen ist da das leere Grab. Der Tot ist ausgelacht – und besiegt.
Liebe Freunde heute MORGEN:
Dieser Gott hat für EUCH noch nicht alle Karten ausgespielt.
Darum trauen wir ihm bitte zu, gerade jetzt, mitten in der Wüste, dass er uns nicht verhungern und verdursten lässt!
Wir können es ihm ganz schlicht sagen:
„Herr Jesus Christus, du kennst meinen Weg. Ich vertraue dir. Bitte gib mir das, was wir heute brauchen.“
Und der lebendige Gott wird antworten.
Sein Volk hat er durch die Wüste getragen, und er trägt auch uns. Auch Morgen früh ist er schon da – längst bevor wir aufgewacht sind.
Friede…
Amen.
Lied:
2. Wenn das Leid jedes Armen uns Christus zeigt / und die Not, die wir lindern, zur Freude wird, / dann hat Gott unter uns schon sein Haus gebaut…
3. Wenn die Hand, die wir halten, uns selber hält / und das Kleid, das wir schenken, auch uns bedeckt, / dann hat Gott unter uns schon sein Haus gebaut…
FÜRBITTEN:
Pfarrer:
Treuer Gott, du hast dein Volk durch die Wüste geführt und es jeden Morgen neu mit Brot versorgt. Voller Vertrauen kommen wir mit unseren Bitten zu dir.
Wir danken dir für die Ernte dieses Jahres, für das Brot auf unseren Tischen und für alles, was auf Feldern und in Gärten gewachsen ist. Hilf uns, nie zu vergessen, dass alles Gute von dir kommt.
LITURG/IN 1:
Wir bitten dich für alle, die gerade durch eine Wüste gehen: für die Kranken, für die Trauernden und für alle, die nachts wach liegen, weil die Sorgen zu groß werden. Schenke ihnen Kraft für den nächsten Schritt, und zeige ihnen dein Manna für diesen Tag.
LITURG/IN 2:
Manche Menschen sind mit ihren Möglichkeiten am Ende und sehen keinen Ausweg mehr. Überrasche sie mit deiner Hilfe, so wie du Israel mit den Wachteln überrascht hast. Zeige ihnen, dass du noch längst nicht am Ende bist.
Pfarrer:
Wir denken an die Menschen, die hungern, und an die Länder, in denen Dürre, Fluten und Krieg die Ernte zerstören. Mach uns bereit zu teilen, damit es für alle reicht, und segne alle, die helfen.
LITURG/IN 1:
Wir bitten dich für alle, deren Glaube müde geworden ist. Wecke in ihnen neues Vertrauen und schenke ihnen das Staunen der Menschen in der Wüste, die fragten: „Was ist das?“ Bitte öffne uns die Augen, damit wir deine Gaben im Alltag erkennen.
LITURG/IN 2:
Herr Jesus Christus, du bist das Brot des Lebens. Segne unsere Gemeinde hier in Sinn. Mach uns zu Menschen, die mit offenen Händen leben und für andere zum Segen werden. Und nimm bitte nimm alle, die wir lieben und loslassen mussten, mit hinein in deinen Frieden
Pfarrer:
Lebendiger Gott, du hast uns versprochen: „Morgen bin ich immer noch da!“ Darauf verlassen wir uns heute und an jedem neuen Tag.
Und gemeinsam beten wir mit den Worten, die unser Herr Jesus Christus uns geschenkt hat:
Alle:
Vater unser im Himmel.
Geheiligt werde dein Name.
Dein Reich komme.
Dein Wille geschehe,
wie im Himmel, so auf Erden.
Unser tägliches Brot gib uns heute.
Und vergib uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Und führe uns nicht in Versuchung,
sondern erlöse uns von dem Bösen.
Denn dein ist das Reich
und die Kraft
und die Herrlichkeit
in Ewigkeit.
Amen.
Lied EG RWL 644,1–3: Vergiss nicht zu danken
1. Vergiss nicht zu danken dem ewigen Herrn, / er hat dir viel Gutes getan. / Bedenke, in Jesus vergibt er dir gern, / du darfst ihm, so wie du bist, nah’n.
Refrain: Barmherzig, geduldig und gnädig ist er, / viel mehr als ein Vater es kann. / Er warf unsre Sünden ins äußerste Meer, / kommt, betet den Ewigen an.
2. Du kannst ihm vertrauen in dunkelster Nacht, / wenn alles verloren erscheint. / Er liebt dich, auch wenn du ihm Kummer gemacht, / ist näher als je du gemeint.
Refrain: Barmherzig, geduldig und gnädig ist er, / viel mehr als ein Vater es kann. / Er warf unsre Sünden ins äußerste Meer, / kommt, betet den Ewigen an.
3. Im Danken kommt Neues ins Leben hinein, / ein Wünschen, das nie du gekannt, / dass jeder wie du Gottes Kind möchte sein, / vom Vater zum Erben ernannt.
Refrain: Barmherzig, geduldig und gnädig ist er, / viel mehr als ein Vater es kann. / Er warf unsre Sünden ins äußerste Meer, / kommt, betet den Ewigen an.
Aussendung (Pfr.)
Heute haben wir gehört:
Gott gab den Israeliten, was für ihren Weg gebraucht wurde.
Auch wir gehen jetzt wieder in unseren Alltag.
Manches ist geplant, anderes bleibt offen.
Einige Tage werden leicht sein, andere vielleicht anstrengend.
Nehmt deshalb den Gedanken dieses Gottesdienstes mit:
Für heute ist gesorgt.
Schaut aufmerksam auf das, was Gott euch schenkt.
Genießt seine guten Gaben mit Dankbarkeit.
Wo ein anderer Mensch etwas braucht, teilt das, was euch anvertraut wurde.
Und wenn die Sorge um morgen kommt, erinnert euch:
Der lebendige Gott, der heute da ist, wird auch morgen da sein.
Segen
Geht unter dem Segen Gottes.
Der Herr segne euch und behüte euch.
Der Herr lasse sein Angesicht leuchten über euch und sei euch gnädig.
Der Herr erhebe sein Angesicht auf euch und gebe euch Frieden.
Gott begleite euch auf allen Wegen,
stärke euer Vertrauen
und gebe euch jeden Tag, was ihr zum Leben braucht.
So segne euch der dreieinige Gott,
der Vater,
der Sohn
und der Heilige Geist.
Amen.
Gemeinde singt
Amen.
Musikalische Verabschiedung
(Wer den Gottesdienst gerne als ordentliches formatiertes WORD-Dokument haben möchte: Mail genügt an alsbald[at]aol.com)
Herzliche Grüße!
Carsten Heß, ev. Pfarrer